Edith Dusch - Vor Kraft strotzenWer will das nicht – so richtig vor Kraft strotzen. Unabhängig von der Laune des Tages, dem “good will” der anderen oder eines besonderen angeborenen Persönlichkeitsmerkmals die gestellten Aufgaben in Angriff nehmen und umsetzen. Edith Dusch beschreibt in ihrem Gastbeitrag wie du selbst dafür sorgen kannst, dauerhaft dynamisch und energievoll zu bleiben.
Das Zauberwort dazu lautet “Selbstführung”. Diese Selbstführung oder auch “Selbstmotivation” ist die erlernte Fähigkeit, die eigenen inneren Kräfte willentlich zu steuern und wieder zu aktivieren, sollten sie irgendwann abgeflacht sein. Selbstführung ist die Fähigkeit, konstruktiv und konsequent den Herausforderungen zu begegnen und die gestellten Aufgaben zu lösen. Es ist die Fähigkeit, sich nach einem Rückschlag wieder aufzurichten. Selbstführung basiert auf einer bewussten Ausrichtung der eigenen inneren Welt, der Gedanken, Gefühle und der inneren Einstellung. Es geht darum, die eigene innere Energie sinnvoll zu lenken und einzusetzen, wo man in der äußeren Welt ein Ergebnis oder einen Unterschied erwirken möchte.

Selbstführung versus Selbstorganisation

Selbstführung ist nicht zu verwechseln mit Selbstmanagement bzw. Selbstorganisation, wo es darum geht, – für sich selbst -, Abläufe zu etablieren und die eigenen Prozesse im Sinne der Effizienz zu optimieren. Selbstorganisation hilft somit, sich effizient zu strukturieren. Die Grundlage dafür liefert jedoch die eigene Selbstführung. Selbstführung ist die Fähigkeit, die eigene innere Welt so auszurichten, dass man einen hohen Aktivitäts- und auch Wirksamkeitslevel erreicht. Selbstführung setzt bei den eigenen Denk-, Gefühls- und Handlungsmustern an.

Die sechs Säulen der Selbstführung:

1. Selbst-Bewusstsein – Perspektive auf Dich

Selbstbewusstsein ist das Bewusstsein über sich selbst, wer man ist, was man kann und was man will. Die Klarheit über die eigenen Stärken, die eigenen Werte und eigenen Ziele. Stell dir zwischendurch Fragen wie:
– was kann ich? Was sind meine Stärken?
– was sind meine Werte im Leben? Was sind meine Ziele im Leben? Wofür bin ich hier? Was will ich hier tun und erreichen?
– wie will ich leben?
– was möchte ich gestalten und erschaffen?
– was möchte ich noch lernen?
– wie gehe ich mit mir um und wie möchte ich mit meinen Mitmenschen umgehen?

Die Antworten auf diese Fragen geben uns eine Ausrichtung und Orientierung für das eigene Handeln und Wirken. Selbstführung beginnt mit der Suche nach den eigenen wesentlichen Antworten im Leben. Die eigenen Antworten aus dem Inneren, nicht die Antworten im Außen, was andere Menschen meinen, wer wir zu sein und was wir zu tun haben. Im Selbstbewusstsein finden wir unsere eigenen Antworten auf die Fragen des Lebens.

2. Selbst-Fürsorge – Energiehaushalt für den Körper

Selbstfürsorge ist die Sorge für den eigenen Körpers mit dem Ziel von Wohlbefinden, Vitalität und Gesundheit als Quelle für unsere Tatkraft und Energie. Wo Energie verbraucht wird, braucht es ein Aufladen. Sogar ein Rennwagen muss während des Rennens rechtzeitig zum Boxenstopp. Aktivität und Regeneration sind die zwei Seiten der gleichen Medaille und bedingen sich gegenseitig. Durch aktive Selbstfürsorge erkennen wir, wann Kraft tanken angesagt ist und wir wissen auch, was unser Reservoir wieder auffüllt. Welche inneren oder äußeren Ressourcen uns Energie spenden. In der Selbstfürsorge achten und sorgen wir für einen guten Energiehaushalt.

3. Selbst-Regulation – Emotionen in Balance

Selbstregulation ist die Steuerung des eigenen Gefühlszustandes im Sinne von Wohlfühlen, Erfüllung und positiver Gefühle. Darin liegt die selbstverantwortliche Haltung, dass wir selbst für unseren inneren emotionalen Zustand zuständig sind, nicht jemand anderer. Es gilt: Wir sind traurig, zornig, glücklich und nicht der andere macht mich traurig, zornig, glücklich.  Wir sind für unsere innere Welt, für unsere Gedanken und Gefühle selbst zuständig. In der Selbstregulation liegt die Fähigkeit, willentlich die eigenen Gedanken und Gefühle selbst konstruktiv zu steuern und zu beeinflussen. Z.B. bei Eintreten eines negativen Ereignisses die Aufmerksamkeit auch darauf lenken – und was könnte das für einen positiven Nebeneffekt mit sich bringen? Bei der Selbst-Regulierung geht es weder daru, Gefühle zu unterdrücken, noch sie umzudeuten und schon gar nicht, sich darin zu verlieren. Man hat die Wahl, worauf man die Aufmerksamkeit lenkt. Die eigenen Gefühle zu verstehen und als Orientierungshilfe zu nutzen, um besser wahrzunehmen, was uns gut tut. Die eigenen Gefühle wahrnehmen und immer besser zu verstehen, wie wir uns positive Gefühlserlebnisse verschaffen. In der Selbstregulation lernen wir Friede und Zufriedenheit in uns zu erschaffen.

4. Selbst-Verantwortung – Haltung dem Leben gegenüber

Selbstverantwortung ist eine elementare Haltung dem eigenen Leben gegenüber. In letzter Konsequenz sind wir selbst für unser Denken, Fühlen, Verhalten, Handeln und Unterlassungen verantwortlich. In der Selbstverantwortung erkennen wir uns selbst als den Schöpfer und Gestalter des eigenen Lebens. Es ist die bewusste Entscheidung, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und loszugehen für all das, was einem wichtig und wertvoll ist. Nicht auf etwas oder jemand zu warten, sondern selbst aktiv zu werden. Dabei ist die Unterscheidung zwischen den folgenden drei Bereichen wichtig, um sich nicht in unveränderbaren Gegebenheiten aufzureiben:
1. Kontrollbereich – was man vollständig selbst in der Hand hat und aktiv selbstbestimmt gestalten kann.
2. Einflussbereich – wo man Einfluss nehmen und mitgestalten kann, und
3. Sorgenkind – wo man nichts zu verändern und zu beeinflussen vermag, lediglich sich nur darüber sorgen kann, was außerhalb des eigenen Einflussbereichs oder in der Vergangenheit liegt.

In der Selbstverantwortung streben wir eine möglichst realistische Einschätzung unserer Gestaltungsmöglichkeiten an, mit denen wir das Beste aus einer Situation und aus Möglichkeiten  machen. Es ist vergebene Liebesmühe und Energieverschwendung, wenn wir immer und immer wieder gegen eine Situation ankämpfen, die wir nicht verändern können. Wir verlieren mit “Sorgenkinder” nur Zeit und vor allem wertvolle Energie, die in den ersten beiden Bereichen wesentlich sinnvoller eingesetzt werden kann.

5. Selbst-Wirksamkeit – ein Ausdruck von dir

Selbstwirksamkeit erlebt man, wenn das eigene Handel Früchte trägt und das gewünschte Ergebnis nach getaner Arbeit rauskommt. Die Selbstwirksamkeit entsteht aus klaren Zielen, aus zielgerichteter Initiative, aus einem guten Plan und aus aktiven Schritten. Dabei geht es darum, die eigene Energie, die eigene Zeit, den Fokus und die eigene Aufmerksamkeit sinnvoll zu lenken und zu kanalisieren auf das gewünschte Ergebnis bzw. auf das Ziel. Überall, wo wir das befolgen, erschaffen wir etwas. Überall, wo wir unsere Energie, Zeit, Fokus und Aufmerksamkeit hineingeben, erschaffen wir etwas, was ein Ausdruck von uns selbst ist. Es ist ein wesentlicher Aspekt der Selbstführung, sogar ein natürliches Bedürfnis, sich selbst zum Ausdruck zu bringen. Selbstführung ist, die innere Welt so zu gestalten, dass wir in der äußeren Welt etwas verändern. In der Selbstwirksamkeit bringen wir das Beste aus uns selbst in der äußeren Welt zum Ausdruck.

6. Selbst-Update – Entfalten und wachsen

Ein “Selbstupdate” ist sozusagen die Aktualisierung der inneren Welt. Lernen und wachsen ist ein lebenslanger Prozess. Wenn wir Wissen aufnehmen, dann gibt es ein Update der eignen Kompetenzen. Wenn wir einen Fehler machen, dann gibt es ein Update für das künftige Verhalten, um es das nächste Mal besser zu machen. Wenn wir eine Erfahrung reflektieren und Erkenntnisse gewinnen, dann gibt es ein Update des Mindsets. Wenn wir Impulse von anderen Menschen erhalten, dann gibt es ein Update der eignen Perspektive. Wenn wir etwas Neues wagen, dann gibt es ein Update in der Erweiterung der eigenen Komfortzone. Jedes neue Ziel ist ein Update der Richtung, wohin wir demnächst gehen wollen. Wir ersetzen etwas Altes durch etwas Neues, durch ein Update bei den eigenen Denk-, Gefühls- und Handlungsmustern. Damit updaten wir stetig unsere innere Welt, um die eigenen Potentiale – all die Samen in uns – zum Wachsen zu bringen.

Selbstführung darf nicht missverstanden werden als eine Selbstoptimierung bis hin zum Perfektionismus. Es gehört eine gute Portion Selbstannahme dazu, dass wir uns liebevoll annehmen und mögen mit allen Ecken und Kanten. Die Selbstführung ist vielmehr eine selbstbestimmte Haltung gegenüber der eignen Denk-, Gefühls- und Handlungsmuster. Es ist der Weg, die eigene Energie sinnvoll und wirkungsvoll zu lenken und auszurichten. Nehme dir auf diesem Weg eine gute Portion Selbstvertrauen mit, um Gelassenheit zu erfahren.

Ich hoffe sehr, dieser Artikel hat dich inspiriert und angeregt, mehr in die Selbstführung zu gehen, um deine Energie wirkungsvoll und sinnvoll zu lenken.

Von Herzen grüßt
Deine Edith

Dr. Edith Dusch, successwayDr. Edith Dusch

Meine Intention ist es, andere Menschen für ihr persönliches Wachstum zu begeistern und sie darin zu unterstützen. Mein Wirken soll einen Raum öffnen, wo jeder zur Entfaltung und zum Aufblühen inspiriert wird. Es ist mein größter Wunsch, dass alle Menschen in eine positive Energie und in eine erfüllende Beziehung zu sich selbst und zu anderen Menschen kommen. Ich bin Unternehmensberaterin, Trainerin, Erfolgscoach und Autorin für persönliche Entwicklung, für Leadership, für Lebenskraft und für den individuellen Erfolgsweg.

http://www.successway.at

 

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