life-science Karriere Services, Foto:(c) Dimitry Ratushny / unsplash.comFeedback  zu geben bedeutet nicht, “es dem anderen um die Ohren zu wickeln“, sondern eine gelungene Rückmeldung ist ein wichtiges Tool für die gute berufliche Zusammenarbeit. Es hat wesentlichen Einfluss auf die Qualität einer Beziehungen. Um Schwieriges oder Unangenehmes so mitzuteilen, dass es angenommen und darauf auch reagiert wird, bedarf es eines guten Willens und der richtigen Impulse.  Wie das gelingen kann, erfahren Sie im

Gastbeitrag von DI Dr. Edith Dusch

Hier in diesem Artikel erfahren Sie:

  • über den Nutzen einer gelungenen Rückmeldung, und worauf es ankommt
  • wie man typische Feedbackfehler vermeidet, und es anders macht
  • und man das gewusst „Wie“ für eine gelungene Rückmeldung gekonnt anwendet

Nutzen einer gelungenen Rückmeldung

Feedback geben kann schon mal Schweißperlen hervorrufen, besonders dann, wenn es sich um schwierige Botschaften handelt. Dabei kann es einfach sein, wenn man die typischen Feedbackfehler vermeidet und das gewusst „Wie“ in einem Feedbackgespräch gekonnt anwendet. Der Nutzen eines Feedbackgesprächs ist es, dass wir unseren Gesprächspartner besser kennen lernen und erfahren, worauf es ihm bei der Zusammenarbeit ankommt. Wir erkennen die Stolpersteine zwischen uns, tragen die Geschehnisse nicht weiter mit uns herum, sondern räumen Missverständnisse und Vermutungen aus. Wir sehen, wie wir auf den anderen wirken und erweitern so unsere eigene Selbstwahrnehmung. Weiters erfahren wir Erwartungen, Werte und Wünsche des anderen, was uns hilft, ein besseres und harmonischeres Miteinander künftig zu gestalten.

Die typischen Feedbackfehler

und wie man es richtig macht

  • Ohne Vorbereitung: man platzt einfach mit etwas heraus, womöglich noch zwischen Tür und Angel und zum falschen Zeitpunkt. Eine Rückmeldung und das eigene Anliegen sollte gut durchdacht und vorbereitet und der Zeitpunkt bewusst gewählt werden.
  • Emotionsgeladen: man ist selbst gerade emotional aufgebracht oder unausgeglichen. Verschieben Sie das Gespräch. Eine Rückmeldung sollte in positiver Stimmung und in einem emotional ausgeglichenen Zustand erfolgen, daher besser einen Tag abwarten bis man selbst bereit ist für ein gutes konstruktives Gespräch.
  • Unpassende Wortwahl und falscher Ton: man will es dem anderen mal so richtig unmissverständlich hinein sagen! Auf die richtigen Worte und auf den Ton kommt es an, wenn es darum geht, dass der Feedback-Nehmer es gut für sich mitnehmen kann. Worte können beleidigen und verletzen. Worte können aufbauen und ermutigen.
  • Vorwürfe: man ist schnell mit Schuldzuweisungen, Vorwürfen, Unterstellungen bei der Hand. Auf Vorwürfe und Beschuldigungen reagieren die meisten mit Verteidigung oder Angriff. Es ist entscheidend, den Vorwurf in Wunsch, Möglichkeit und Chancen zu verwandeln, um so eine positive Zukunftsperspektive aufzuzeigen.

Fünf einfache Kriterien für eine gelungene Rückmeldung

das gewusst „Wie“ gekonnt anwenden:

  1. Zeitnah: zeitnah bedeutet, dass wir ein aktuelles Thema oder eine aktuelle Situation ansprechen, wo es eine Aussprache oder einer Klärung bedarf. Zeitnah ist nicht sofort, sondern demnächst, wo der Bezug zu der Situation noch nicht verblasst ist. Für den Feedback Geber zählt die Wahl des passenden Zeitpunkts zur Vorbereitung, die folgende weitere Aspekte beinhalten soll:
    – Erstens sich einen guten Überblick über die Lage zu verschaffen, was genau vorgefallen ist, wie die aktuelle Situation ist.
    – Zweitens sich bewusst zu werden über das eigene Anliegen, die positive Absicht dahinter und die gewünschte Zukunft, wie es sein sollte.
  2. Konkret: konkret bedeutet, dass es sich um ein konkretes Thema handelt, was klar auf dem Punkt gebracht wird. Konkret schließt das Verallgemeinern – immer ist es so – aus. Konkret bezieht sich auf ein aktuelles Ereignis, ohne die vergangenen Versäumnisse noch oben drauf zu packen. Konkret bedeutet auch Klarheit über die künftigen Schritte und die gewünschten Verbesserungen. Der Feedback-Nehmer weiß, was als nächstes zu tun ist, was zu verändern ist oder was es zu verbessern gilt
  1. Konstruktiv: konstruktiv bedeutet, dass ein Gespräch auf Augenhöhe basierend auf Wertschätzung und Respekt erfolgt. Feinfühligkeit und Taktgefühl sind bei der Wortwahl und dem Ton gefragt. Einen positiven Ton in der Stimme zu erzeugen ist leichter, wenn man selbst in zuversichtlicher Stimmung ist, dass man mit dem Gespräch etwas zum Guten wenden kann. Die Wortwahl erfolgt in Ich-Formulierung, über die eigene Wahrnehmung der Situation und über das eigene positive Anliegen für die Zukunft.
  1. Zieldienlich: zieldienlich bedeutet, dass man eine positive Absicht mit dem Gespräch verfolgt. Es ist die Intention, etwas zum Guten zu wenden. Das Gespräch dient dem Ziel, eine Verbesserung oder eine gewünschte Veränderung zu initiieren. Es ist etwas passiert, was nicht in Ordnung war, was vielleicht unwissentlich sich als Fehler entpuppt oder als unpassend empfunden wurde. Das Ziel ist es, die Angelegenheit wieder in Ordnung zu bringen, und damit neue Weichen für die künftige Zusammenarbeit zu legen. Das Ziel ist es nicht, etwas Vergangenes vorzuwerfen oder den anderen zu beschuldigen, weil das, was passiert ist, kann man ohnehin nicht mehr rückgängig gemachen. Man kann nur gemeinsam daraus lernen, um künftig es besser miteinander zu gestalten. Somit sollte man sich bei einer Rückmeldung immer auf das besinnen, was gewünscht ist, was das Ziel ist und damit eine positive Zukunftsperspektive aufzeigen.
  1. Motivierend: motivierend bedeutet, dass man für den Feedback-Nehmer gute Gründe aufzeigt, warum es sich lohnt, künftig etwas anders zu gestalten als in der Vergangenheit, welchen Nutzen und Vorteile es hat, wenn es künftig anders abläuft. Weiters ist es motivierend für den Feedback-Nehmer, wenn er selbst einbezogen wird, und selbst mitgestalten kann. Es ist wertvoll hier den Feedback Nehmer um Ideen, Vorschläge und mögliche Lösungswege für das künftige Ziel und die künftige Verbesserung zu erbitten.

Zusammenfassend sind drei wesentliche Aspekte bei einer gelungenen Rückmeldung von Bedeutung;

  • Erstens auf der emotionalen Ebene in positiver und zuversichtlicher Stimmung zu sein.
  • Zweitens auf der gedanklichen Ebene eine positive Absicht, das Ziel, die Verbesserung und somit die gewünschte Zukunft aufzuzeigen.
  • Drittens den Feedback-Nehmer durch Ideen, Vorschläge und mögliche Lösungen einbeziehen und mitgestalten lassen, wie die Verbesserung umgesetzt werden kann.

Ich hoffe sehr, dieser Artikel hat Sie inspiriert und angeregt, im Feedback die Chance zu erkennen, etwas zum Guten zu wenden und das Miteinander konstruktiv und bereichernd zu gestalten. Neben der Fähigkeit des Feedback-Gebers Unanagenhemes zu kommunizieren braucht es auch die Bereitschaft des Feedback-Nehmers die Rückmeldung anzunehmen und als eine sachliche Information und nicht als persönlichen Angriff zu verstehen.

life-science Karriere Services, Dr. Edith Dusch, successway Foto: (c) E.DuschAutorin
DI Dr. Edith Dusch
Zitat: „Alles, was du gibst, kehrt zu dir zurück.“ Anonymus 
Kontakt: DI Dr. Edith Dusch, +43-699-19 20 63 93,
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Symbolfoto: (c) Amy Hirschi / unsplash.com