Zyklotide” sind pflanzliche Eiweißmoleküle mit einzigartigen chemischen und immunsuppressiven Eigenschaften. Das Forschungsteam der MedUni Wien konnte kürzlich im Tiermodell zeigen, dass diese Wirkstoffe bei Erkrankungen eingesetzt werden können, die durch ein überaktiviertes Immunsystem gekennzeichnet sind, wie zum Beispiel bei Multipler Sklerose und rheumatoider Arthritis.

Eingereicht von: Assoc. Prof. Dr. Christian W. Gruber
Firma/Universität: Medizinische Universität Wien
Homepage: www.meduniwien.ac.at
Kooperationspartner: Cyxone AB (Tochterunternehmen von Accequa AB)

Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Multiple Sklerose oder rheumatoide Arthritis sind ein gravierendes Problem in westlichen Ländern, sowohl für die betroffenen Patienten/Innen sowie auch aus gesundheitsökonomischer Sicht. Hauptursache dieser Erkrankungen sind häufig „autoreaktive“ T-Zellen. Diese fehlgesteuerten Immunzellen greifen körpereigene Gewebe oder Zellen an und beschädigen diese.

Multiple Sklerose ist die häufigste entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems bei jungen Erwachsenen, die letzendlich zu Behinderungen führen kann. In Österreich leben rund 12.500 Betroffene, davon sind 70 Prozent Frauen. Pro Jahr werden ca. 400 Neuerkrankungen diagnostiziert. Weltweit sind etwa 2.5 Mio Menschen an Multipler Sklerose erkrankt. Jene bisher eingesetzten Wirkstoffe lindern oder verzögern zwar auftretende Symptome, können die Erkrankung aber nicht heilen; mitunter treten schwerwiegende Nebenwirkungen auf. Außerdem sind verfügbare Therapien oft sehr kostspielig in der Produktion. Daher wäre die Entwicklung neuer Therapeutika von entscheidender Wichtigkeit, um nicht nur wirk-spezifische, sondern auch kostengünstige Pharmazeutika zu entwickeln.

Ziel dieser Kooperation ist es, ein kürzlich entdecktes aus Pflanzen isoliertes Eiweißmolekül (‚Zyklotid‘) mit immunsuppressiver Wirkung, als neuartigen Wirkstoff zu optimieren und zur vereinfachten oralen Einnahme einem präklinischen und klinischen Entwicklungsprogramm zu unterziehen. Letztendlich könnten die Ergebnisse dieser Studien dazu dienen, einen wirksamen Arzneistoff zur Behandlung von Multipler Sklerose und anderen Autoimmunerkrankungen zu entwickeln. Das neue Therapeutikum hätte geringere Nebenwirkungen als herkömmliche Medikamente, wäre kostengünstiger in der Produktion und wäre einfach als Tablette einzunehmen, was ein entscheidender Vorteil für die Patienten wäre. Nach erfolgten klinischen Studien und Zulassung könnte ein verschreibungspflichtiges Medikament an die Patienten abgegeben werden.