Jede Person darf ihre Religion ausüben, wie sie es will. Darf an den Zeremonien der anderen teilnehmen, solange sie diese respektiert und achtet. Wie immer die andere Religion aussieht, es ist seine Religion. Wenn jemand mit etwas nicht einverstanden ist, darf er sich nicht einmischen, kann aber die Werte und Praxis des eigenen Glaubens aufzeigen und vorleben. Die Toleranz, die jemand anderen gewährt, darf er auch für sich selbst erwarten. Im eigenen Zelt gelten die eigenen Regeln.

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NOISIV gelangt auf ihrer Reise in das Tal des Glaubens. Dort treffen sich einmal im Jahr Gläubige aller Weltreligionen zu einem jährlichen Austausch.  Ein bunter Mix an religiösen Weltbildern und Kulturen die hier aufeinandertreffen um sich gegenseitig zu informieren und zu inspirieren. Es ist ein Fest des Friedens und der Harmonie. Die unterschiedlichen Meinungen prallen nicht aufeinander, sie werden mit Interesse angehört, diskutiert und als eine Bereicherung empfunden.

Die Übertragung des Themas in unsere Zeit ist nicht schwierig. Egal ob “geimpft” oder “ungeimpft”, ob “rechtsextrem” oder “linksextrem”, ob “gläubig” oder “atheistisch”, immer wieder hat man das Gefühl, als ob jeder lediglich auf seinen Standpunkt beharrt, ohne zu überlegen, ob er oder sie richtig liegt oder nicht. Viele sind bereits blind in ihrer Überzeugung und lehnen jede Information ab, die nur ansatzweise ihre Weltsicht in Zweifel ziehen könnte. Nur nicht eine andere Meinung anhören, geschweige, zugestehen, dass eine andere Meinung, zumindest Teile davon durchaus richtig bzw. berechtigt sind. Das Problem dabei ist nur – diese Starrheit und das Beharren auf der eigenen Weltanschauung, kann nicht funktionieren. Dabei liegt es so auf der Hand, dass man den eigenen Horizont und den eigenen Handlungsfreiraum sehr einfach damit erweitern kann, indem man sich fremde Meinungen und Einstellungen anhört und darüber nachdenkt.

  • Bei welchen Themen hast Du Deine unerschütterliche Haltung? Was würde passieren, wenn Du diesen Standpunkt aufgeben und stattdessen eine andere Meinung einnehmen würdest? – Rein fiktiv, probier es einfach einmal aus. Du kannst danach ja wieder Deine unerschütterliche Haltung einnehmen.
  • Wie geht es Dir, wenn Du mit einer anderen Meinung oder Haltung konfrontiert wirst? Konterst Du sofort, bevor der andere überhaupt ausgeredet hat? Ärgerst Du Dich? Hörst Du Dir die andere Meinung an, denkst Dir Deinen Teil, sagst nichts darauf und widmest Dich wieder anderen Personen, Interessen oder Themen zu?
  • Denk an eine Situation, in der mit jemanden, der eine völlig andere Haltung zu einer Sache hatte als wie Du, und wo ihr gemeinsam eine neue dritte Variante gefunden habt. Was war Deiner Meinung nach ausschlaggebend, dass ihr eine gemeinsame Lösung gefunden habt?
  • Was bedeutet Toleranz für Dich?

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