BOKU-Wasserbaulabor, Habersack, Foto: (c) Huub Keulers

Bei der EPSA Award Ceremony, Good Practice Certificate DREAM: (von links) Helmut Habersack (BOKU), Martin Pospischill (MA 27, Stadt Wien), Eva Sejrek-Tunke (EPSA-Evaluatorin, Stadt Wien) und Christoph Klika (EPSA-Evaluator)

Das BOKU-Wasserbaulabor wurde mit einem Good Practice Certificate des European Public Sector Award (EPSA) ausgezeichnet. Bei der Verleihung am 24. September in Maastricht erhielt die Forschungsinfrastruktur das Zertifikat in der Kategorie „Investing in Infrastructure, Mobility and Energy“. Damit würdigt das European Institute of Public Administration innovative Projekte des öffentlichen Sektors, die auch anderen als Vorbild dienen können.


„Besonders freut mich, dass die Stadt Wien über die MA 27 Europäische Angelegenheiten das BOKU-Wasserbaulabor für den EPSA eingereicht und damit unser Projekt auf europäischer Ebene sichtbar gemacht hat“, betont Helmut Habersack, Leiter des BOKU-Wasserbaulabors und des Instituts für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung.

Flüsse im Maßstab 1:1 erforschen

Im BOKU-Wasserbaulabor lassen sich Strömungen und der Transport von Sand und Kies unter realitätsnahen Bedingungen untersuchen. Versuche bis zum Maßstab 1:1 ermöglichen Einblicke in das Zusammenspiel von Wasser, Sedimenten, Pflanzen und Lebewesen, das sich mit kleinen Modellen nur eingeschränkt abbilden lässt. Die Forschung liefert weltweit einzigartige Grundlagen für Hochwasser- und Dürrerisikomanagement, Schifffahrt, Wasserkraft und die ökologische Entwicklung von Flüssen.

Das Labor liegt auf einer Insel zwischen Donau und Donaukanal. Bis zu 10.000 Liter Wasser pro Sekunde können dort durch das natürliche Gefälle in die Versuchsanlagen geleitet werden. Errichtet wurde die Forschungsinfrastruktur im Rahmen von vier EU-geförderten Projekten, unter anderem DREAM RRMC Vienna.

Der EPSA 2025–26 wird vom European Institute of Public Administration organisiert. Für die aktuelle Verleihung wurden insgesamt 108 Projekte eingereicht, 24 erhielten ein Good Practice Certificate.

Weitere Informationen: https://www.eipa.eu/event/epsa-2025-26-award-ceremony-2/

Fazit

Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung großmaßstäblicher Versuchsanlagen für die Flussforschung: Erkenntnisse aus realitätsnahen Experimenten fließen direkt in Hochwasserschutz, Schifffahrt, Wasserkraft und die ökologische Gestaltung von Flüssen ein – und machen das Labor zu einem Vorbild für Forschungsinfrastruktur in Europa.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Univ.-Prof. DI Dr. Dr.h.c. Helmut Habersack,
Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung,
BOKU University,
T: +43 664 1313874,
E: helmut.habersack@boku.ac.at

GZ
Quelle: BOKU University
Foto: (c) Huub Keulers