An der Johannes Kepler Universität Linz simuliert und überwacht eine KI in einem neuen Christian Doppler Labor komplexe Industrieprozesse in Echtzeit. In dem CD-Labor werden KI-gestützte Simulationen für industrielle Prozesse entwickelt. Das neue CD-Labor an der JKU Linz verbindet akademische Spitzenforschung mit industrieller Anwendung. Mit 3,2 Mio. Euro gefördert, arbeitet das Labor mit Partnern wie voestalpine, Plansee und Primetals zusammen.
Chemische und physikalische Prozesse entscheiden über Qualität und Effizienz in der Industrie – doch ihre Simulation dauert bisher oft Wochen. Das neue Christian Doppler Labor Data-Assisted Simulations of Complex Flows an der JKU Linz will das ändern: Mittels Künstlicher Intelligenz sollen komplexe Industrieprozesse in Echtzeit simuliert und überwacht werden können. Das Labor läuft bis Ende 2032 und ist mit 3,2 Mio. Euro dotiert, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET).
Foto: Von links: em.o. Univ.-Prof. Hans Irschik, Kurt Satzinger (voestalpine), Dr. Alexander Fleischanderl (Primetals Technologies), Thomas Lichtenegger (JKU), Bernhard Valentini (Plansee), JKU Rektor Stefan Koch, Tobias Kronlachner (Emmi AI)
Digitale Prozesszwillinge für die Industrie
Unter der Leitung von Priv.-Doz. DI Dr. Thomas Lichtenegger (Abteilung für Partikuläre Strömungen der JKU) werden die theoretischen Grundlagen und Algorithmen für KI-gestützte Simulationen entwickelt – konkret für Prozesse wie Stahlerzeugung, Pulvermetallurgie und chemische Reaktoren.
„Während klassische Simulationen sehr zeitaufwendig sind, versprechen neuartige KI-Ansätze Echtzeitfähigkeit”, erklärt Laborleiter Lichtenegger. Ermöglicht werden soll das durch sogenannte digitale Prozesszwillinge: numerische Abbilder realer Industrieanlagen, die Sensordaten empfangen und den künftigen Zustand der Anlage vorhersagen. Damit lassen sich Industrieprozesse besser steuern, konzipieren und optimieren – und ein Beitrag zur Dekarbonisierung, etwa beim „grünen Stahl”, kann geleistet werden.
Starke Industriepartner
Das CD-Labor wird gemeinsam mit den Industriepartnern Emmi AI, Plansee, Primetals Technologies und voestalpine Stahl umgesetzt. Johannes Brandstetter, Co-Founder von Emmi AI: „Das neue CD-Labor ist ein Beleg für die wachsende Führungsrolle der Region im Bereich des KI-gestützten Wirtschaftsingenieurwesens.”
Für voestalpine ermöglicht der kombinierte Machine-Learning-Ansatz eine signifikante Verkürzung der Rechenzeit – mit dem Ziel, industrielle Prozesse in Echtzeit abzubilden und Prognosen für den weiteren Ablauf zu erstellen.
Politische Rückendeckung
Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmansdorfer betonte bei der Eröffnung: „Wenige Minuten rechnen statt mehrere Wochen warten – genau diese Geschwindigkeit entscheidet künftig über Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und industrielle Wertschöpfung.”
Fazit: Das neue CD-Labor an der JKU Linz verbindet akademische Spitzenforschung mit industrieller Anwendung. KI-gestützte Echtzeitsimulationen könnten die Effizienz energieintensiver Prozesse deutlich steigern und einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der österreichischen Industrie leisten.
Rückfragehinweis:
Priv.-Doz. DI Dr. Thomas Lichtenegger
Abteilung für Partikuläre Strömungen, JKU Linz
Tel.: 0732 2468 5178
E-Mail: thomas.lichtenegger@jku.at
GZ: JKU Linz, 01.06.2026
Quelle: Johannes Kepler Universität Linz
Foto: (c) JKU Linz




